Ratgeber Plakat

Bei Plakaten gilt fast alles, was du über Druckdaten gelernt hast – bis auf eine Sache: die 300-dpi-Regel. Die stimmt hier nämlich nicht. Wer sie trotzdem befolgt, produziert Dateien von mehreren Gigabyte, ohne dass man den Unterschied sieht. Hier steht, was stattdessen gilt.

Die Formate

  • A3 – 297 × 420 mm. Für Schaufenster, Aushänge, den Bereich direkt vor der Nase.
  • A2 – 420 × 594 mm. Der Klassiker für Veranstaltungen und Ladenlokale.
  • A1 – 594 × 841 mm. Auffällig, funktioniert auf Distanz.
  • A0 – 841 × 1189 mm. Messe, Fassade, große Wirkung.

Beschnitt und Sicherheitsabstand laufen wie gewohnt – die konkreten Werte stehen im Datenblatt. Soll dein Motiv bis an die Kante laufen, legst du es randabfallend an. Ein bewusst weißer Rand ringsum ist natürlich auch möglich und bei Aushängen sogar üblich.

Auflösung: Betrachtungsabstand schlägt dpi-Regel

Warum sind 300 dpi bei einem Flyer richtig? Weil du ihn in der Hand hältst, etwa 30 Zentimeter vor den Augen. Dein Auge löst dort sehr fein auf.

Ein A1-Plakat schaust du dir aus zwei, drei Metern an. Aus dieser Entfernung kann dein Auge feinste Details schlicht nicht mehr unterscheiden. Deshalb gilt: Je größer der Betrachtungsabstand, desto weniger Bildpunkte brauchst du.

Als Orientierung:

  • A3, aus der Nähe betrachtet (unter 1 m): 250–300 dpi
  • A2 bis A1, Wandabstand 1–2 m: etwa 150 dpi
  • A0 und größer, ab 3 m: 100–150 dpi reichen

Wichtig: Diese Werte beziehen sich auf die Endgröße. Ein Bild mit 150 dpi bei A1 hat immer noch rund 3500 × 4960 Pixel – das ist kein kleines Bild.

Im Zweifel lieber etwas mehr als zu wenig. Aber wenn dein Motiv bei 150 dpi landet und das Plakat an einer Wand hängt: entspann dich, das passt.

Der Trick bei sehr großen Formaten

Manche Layoutprogramme werden bei A0 träge, und die Dateien werden unhandlich. Dafür gibt es einen etablierten Weg: im Maßstab anlegen.

Du baust dein Plakat in halber Größe (1:2) und verdoppelst dafür die Auflösung. Aus A0 wird also A2 mit doppelter dpi-Zahl – gedruckt sieht es identisch aus, die Datei ist aber deutlich handlicher.

Aber: Sag uns unbedingt Bescheid, wenn du im Maßstab anlegst, und schreib es in den Dateinamen (z. B. plakat-a0_massstab-1zu2.pdf). Sonst wird die Datei möglicherweise in der falschen Größe verarbeitet. Frag im Zweifel vorher kurz nach – das ist schneller geklärt als nachgedruckt.

Gestalten für Distanz

Ein Plakat wird nicht gelesen, sondern erfasst. Meistens im Vorbeigehen, in zwei bis drei Sekunden. Das ändert alles an der Gestaltung:

  • Eine Botschaft, nicht fünf. Was soll hängenbleiben? Alles andere ist Beiwerk.
  • Schriftgröße nach Leseabstand. Grobe Orientierung: Etwa 1 cm Versalhöhe je Meter Leseabstand. Was aus 5 Metern lesbar sein soll, braucht rund 5 cm Buchstabenhöhe.
  • Kontrast schlägt Farbe. Aus der Entfernung zählt der Hell-Dunkel-Unterschied. Gelbe Schrift auf Weiß mag am Bildschirm hübsch aussehen, aus zehn Metern ist sie weg.
  • Große Flächen, wenig Text. Fließtext auf einem Plakat liest niemand. Wenn Details nötig sind: QR-Code.
  • Das Wichtigste ins obere Drittel. Plakate hängen oft über Augenhöhe, und die untere Hälfte wird gern von Leuten oder Möbeln verdeckt.

Innen oder außen?

Ein normales Plakatpapier ist für innen gemacht. Draußen weicht es bei Regen auf und bleicht in der Sonne aus.

Für den Außeneinsatz brauchst du wetterfeste Materialien – bei uns findest du die im Bereich Werbetechnik. Auch bei kurzfristigen Aktionen lohnt sich das: Ein aufgeweichtes Plakat nach dem ersten Regen wirkt schlechter als gar keins.

Die 3 häufigsten Fehler

  • Ein zu kleines Bild auf Plakatgröße gezogen – ein Web-Foto mit 800 Pixeln wird auch bei großzügigen dpi-Regeln nicht scharf. Lösung: Auflösung vorher nachrechnen.
  • Zu viel Text – aus drei Metern liest das niemand. Lösung: eine Botschaft, große Schrift, Details per QR-Code.
  • Im Maßstab angelegt, aber nicht Bescheid gesagt – das Plakat kommt in der falschen Größe. Lösung: Maßstab in den Dateinamen schreiben und kurz melden.

Wie geht’s weiter?

Wie du die Auflösung deiner Bilder nachrechnest, steht in Bildauflösung und 300 dpi. Für bildlastige Plakatmotive ist Photoshop das richtige Werkzeug. Und wenn dein Motiv aus einem KI-Generator kommt, lies vorher Druckdaten mit KI – gerade bei Plakaten wird die Auflösung schnell knapp.

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