Ratgeber Papier Grammatur

„Welches Papier soll ich nehmen?“ ist die Frage, die uns am häufigsten erreicht – und die Antwort hängt an zwei Dingen: wie schwer das Papier ist und ob es beschichtet ist. Wenn du diese beiden Begriffe verstanden hast, wählst du in dreißig Sekunden das Richtige.

Grammatur: was g/m² wirklich bedeutet

Die Zahl auf dem Papier – 90, 170, 300 – ist das Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter. Sie sagt, wie viel ein Quadratmeter dieses Papiers wiegt.

In der Praxis ist sie dein Maß für Wertigkeit und Steifigkeit. Mehr Gramm heißt dicker, steifer, hochwertiger in der Hand. Und genau darum geht es: Papier ist das Einzige an deiner Drucksache, das der Kunde fühlt. Ein Flyer auf 90 g/m² wirkt wie ein Handzettel, derselbe Flyer auf 250 g/m² wirkt wie eine Einladung.

Kleine Einschränkung: Die Grammatur beschreibt das Gewicht, nicht die Dicke. Ein voluminöses Naturpapier kann sich bei gleicher Grammatur deutlich dicker anfühlen als ein glattes gestrichenes.

Richtwerte nach Produkt

  • Briefpapier: 80–100 g/m² – muss durch Drucker und Kopierer laufen
  • Flyer, klassisch: 135–170 g/m² – der Standard für Verteilung und Auslage
  • Flyer, hochwertig: 250–300 g/m² – fühlt sich nach Karte an statt nach Zettel
  • Faltblätter: 135–170 g/m² – schwerer wird beim Falzen anspruchsvoll
  • Postkarten: ab 250 g/m² – darunter wirkt es labberig
  • Visitenkarten: 300–400 g/m² – hier lohnt sich jedes Gramm
  • Plakate: 135–170 g/m² – wird ohnehin aufgehängt oder geklebt

Das sind Erfahrungswerte. Welche Grammaturen bei deinem Produkt tatsächlich wählbar sind, siehst du direkt im Konfigurator.

Gestrichen oder ungestrichen – der zweite Faktor

„Gestrichen“ heißt: Auf das Papier wurde eine dünne Schicht aufgetragen, die die Oberfläche glättet. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen den Papiersorten.

Gestrichenes Papier (Bilderdruck) – die Farbe bleibt oben auf der Oberfläche liegen, statt einzuziehen. Ergebnis: kräftige Farben, scharfe Details, brillante Fotos. Gibt es in zwei Varianten:

  • Glänzend – maximale Farbbrillanz, Fotos knallen. Nachteil: spiegelt bei Licht, längere Texte lesen sich anstrengender, und man sieht Fingerabdrücke.
  • Matt – dieselbe Farbqualität, aber ohne Spiegeln. Wirkt ruhiger und moderner. Für alles mit viel Text die bessere Wahl. Wenn du unsicher bist: nimm matt, das passt fast immer.

Ungestrichenes Papier (Naturpapier, Offsetpapier) – die Farbe zieht ins Papier ein. Die Oberfläche fühlt sich natürlicher und griffiger an, Farben wirken dafür gedeckter und weicher. Für kräftige Fotomotive die falsche Wahl, für Handwerk, Bio, Manufaktur und alles mit ehrlichem Charakter die richtige.

Der praktische Vorteil: Naturpapier kann man beschreiben. Auf glänzend gestrichenem Papier perlt Kugelschreiber ab. Wenn auf deiner Karte jemand etwas notieren soll, führt kein Weg an ungestrichenem Papier vorbei.

So entscheidest du in dreißig Sekunden

  1. Wird es weggeworfen oder aufbewahrt? Wegwerfware darf leicht sein. Was bleiben soll, darf ruhig schwer sein.
  2. Viel Bild oder viel Text? Bildlastig geht Richtung gestrichen. Textlastig Richtung matt oder Natur.
  3. Soll jemand draufschreiben? Dann ungestrichen, ohne Diskussion.
  4. Passt es zur Marke? Hochglanz sagt „modern, laut, professionell“. Naturpapier sagt „ehrlich, handgemacht, nachhaltig“. Beides ist richtig – aber nicht für dieselbe Marke.

Der Tipp, der dir alles erspart

Papier beurteilt man nicht am Bildschirm. Kein Foto und keine Beschreibung ersetzt es, das Papier zwischen den Fingern zu haben – Griff, Dicke und Weißton wirken in echt völlig anders.

Bevor du eine größere Auflage bestellst: bestell dir ein Muster. Fünf Minuten Aufwand, und du weißt, was du bekommst. Besonders bei Visitenkarten und allem, was repräsentieren soll, lohnt sich das immer.

Die 3 häufigsten Fehler

  • Zu leichtes Papier für den Zweck – die Visitenkarte auf 200 g/m² fühlt sich billig an, egal wie gut das Design ist. Lösung: bei allem, was in der Hand gehalten wird, lieber eine Stufe höher gehen.
  • Glänzend gewählt und dann drauf geschrieben – der Stift schmiert. Lösung: ungestrichenes Papier, wenn beschriftet wird.
  • Papier nur am Bildschirm ausgesucht – Griff und Weißton überraschen dann in der Lieferung. Lösung: vorher ein Muster bestellen.

Wie geht’s weiter?

Auf ungestrichenem Papier wirken Farben deutlich gedeckter – warum das so ist, steht in CMYK oder RGB. Und wenn dein Papier gefalzt werden soll, wirf einen Blick in Falzarten im Überblick.

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