Ratgeber Falzarten

Ein Faltblatt ist schnell bestellt – und beim Anlegen der Daten fangen die Fragen an. Wie breit sind die einzelnen Felder? Welche Seite liegt außen? Und warum passt das am Ende nicht sauber zusammen? Hier bekommst du die gängigen Falzarten erklärt und die zwei Regeln, an denen die meisten Faltblätter scheitern.

Die gängigen Falzarten

[[ GRAFIK: Übersicht der Falzarten – je ein Schema für Einbruch-, Wickel-, Zickzack-, Altar- und Kreuzbruchfalz ]]

  • Einbruchfalz – ein einziger Falz in der Mitte, ergibt vier Seiten. Der Klassiker für Speisekarten, Programme und Einladungen. Einfachster Fall, hier kann kaum etwas schiefgehen.
  • Wickelfalz – zwei oder mehr Falze, die Segmente wickeln sich nach innen ineinander. Bei sechs Seiten die häufigste Wahl. Achtung: Das eingewickelte Feld muss schmaler sein (siehe unten).
  • Zickzackfalz (auch Leporello oder Ziehharmonika) – die Segmente werden abwechselnd nach vorn und hinten gefalzt. Weil nichts eingewickelt wird, sind hier alle Felder gleich breit.
  • Altarfalz (auch Fensterfalz) – die beiden äußeren Klappen schlagen zur Mitte ein und treffen sich dort. Wirkt hochwertig, gern für Einladungen. Die einschlagenden Klappen müssen etwas schmaler sein.
  • Kreuzbruchfalz – zwei Falze im rechten Winkel zueinander, das Blatt wird also zweimal quer gefaltet. Typisch für Stadtpläne und großformatige Beilagen.

Regel 1: Die Verkürzung – der häufigste Fehler

Sobald ein Feld in ein anderes hineingefaltet wird, braucht es etwas weniger Breite. Sonst stößt die Papierkante innen an und das Faltblatt schließt nicht sauber – es steht auf, wirft Wellen oder wird an der Kante gequetscht.

Betroffen sind Wickelfalz und Altarfalz. Beim Zickzackfalz und beim Einbruchfalz brauchst du keine Verkürzung, weil dort nichts eingewickelt wird.

Die Verkürzung liegt typischerweise bei 1–3 mm pro eingewickeltem Feld und hängt von der Papierdicke ab: Je schwerer das Papier, desto mehr Platz braucht die Falzkante innen. Die verbindlichen Feldbreiten stehen im Datenblatt deines Produkts – die musst du nicht selbst ausrechnen. Nimm sie einfach von dort und leg deine Hilfslinien danach an.

Regel 2: Eine Fläche, nicht mehrere Seiten

Ein Faltblatt wird aus einem einzigen Bogen gefalzt. Deshalb legst du die Daten auch so an: zwei durchgehende Flächen – eine für die Außenseite, eine für die Innenseite. Nicht sechs einzelne Seiten.

Deine PDF hat also genau zwei Seiten: Seite 1 = außen, Seite 2 = innen. Der Beschnitt läuft außen um die gesamte Fläche herum, nicht um jedes Feld einzeln.

Klingt banal, ist aber der zweithäufigste Grund für Rückfragen: Faltblätter, die als sechs Einzelseiten hochgeladen werden, muss jemand von Hand zusammensetzen – und dabei kann die Reihenfolge nur geraten werden.

Welches Feld liegt wo?

Hier verhaspeln sich die meisten. Ein Trick, der immer funktioniert: Falte es aus Papier nach. Nimm ein Blatt, falte es wie geplant, und schreib mit Bleistift auf jedes Feld, was dort hinkommt – „Titel“, „Kontakt“, „Preise“. Dann klapp es auf. Jetzt siehst du schwarz auf weiß, welches Feld auf der Außenseite links, mittig oder rechts liegt.

Beim Wickelfalz ist der Klassiker, dass Titelseite und eingewickeltes Feld vertauscht werden – zwei Minuten mit einem Blatt Papier ersparen dir das.

Was du beim Gestalten beachten solltest

  • Nichts Wichtiges auf die Falzkante. Text, Logos und Gesichter gehören nicht dorthin, wo gefalzt wird – der Falz kann minimal wandern.
  • Sicherheitsabstand auch innen. Nicht nur zum Blattrand, sondern auch zu jeder Falzlinie mindestens 3 mm Abstand halten.
  • Durchlaufende Motive gehen – ein Bild über mehrere Felder wirkt gut. Rechne nur damit, dass es an der Falzkante einen Hauch versetzt sein kann.
  • Keine Falzlinien einzeichnen. Markiere die Falze nicht mit Strichen in der Datei, die würden mitgedruckt.
  • Schweres Papier will gerillt werden. Ab etwa 170 g/m² sollte vor dem Falzen gerillt werden, sonst bricht die Farbe an der Kante auf. Das machen wir – du musst es nur wissen, wenn du dickes Papier wählst.

Die 3 häufigsten Fehler

  • Alle Felder gleich breit beim Wickelfalz – das Faltblatt schließt nicht sauber. Lösung: Feldbreiten aus dem Datenblatt übernehmen, das eingewickelte Feld ist schmaler.
  • Als Einzelseiten hochgeladen – die Reihenfolge lässt sich nicht sicher rekonstruieren. Lösung: zwei durchgehende Flächen, außen und innen.
  • Text sitzt auf der Falzkante – wird geknickt und teils unleserlich. Lösung: 3 mm Abstand zu jeder Falzlinie.

Wie geht’s weiter?

Die Grundlagen zu Beschnitt und Sicherheitsabstand findest du unter Beschnitt & Sicherheitsabstand. Für mehrseitige Layouts ist InDesign das passende Programm. Unsicher, ob dein Faltblatt richtig aufgeteilt ist? Lad es hoch – der Datencheck ist kostenlos.

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