<p>„Das Bild sah am Bildschirm doch super aus.“ Diesen Satz hören wir oft – meistens dann, wenn der Flyer schon gedruckt ist und die Kanten ausgefranst aussehen. Der Grund ist fast immer derselbe: zu wenig Bildpunkte. Die gute Nachricht: Du kannst das in zwei Minuten selbst prüfen, bevor du bestellst.</p>
<h2>Was dpi überhaupt bedeutet</h2>
<p><strong>dpi</strong> heißt „dots per inch“, also Bildpunkte pro Zoll (2,54 cm). Je mehr Punkte auf dieselbe Fläche passen, desto feiner und schärfer wird das Bild.</p>
<p>Der wichtigste Punkt daran: <strong>dpi ist keine Eigenschaft des Bildes.</strong> Es beschreibt das Verhältnis zwischen Pixeln und Größe. Dasselbe Foto hat bei 5 cm Breite eine hohe Auflösung und bei 50 cm Breite eine miserable – ohne dass sich an der Datei irgendetwas geändert hätte.</p>
<p>Deshalb bringt es auch nichts, ein Bild in Photoshop einfach „auf 300 dpi zu stellen“. Die Pixel, die fehlen, erfindet das Programm dazu – und das sieht man.</p>
<h2>Die Rechnung, mit der du es selbst prüfst</h2>
<p>Du brauchst nur die Pixelmaße deines Bildes und die Größe, in der es gedruckt werden soll:</p>
<p><strong>Breite in Pixeln ÷ Breite in Zentimetern × 2,54 = dpi</strong></p>
<p>Ein Beispiel: Dein Foto hat 1200 Pixel Breite und soll über einen A6-Flyer laufen (10,5 cm breit).<br />
1200 ÷ 10,5 × 2,54 = <strong>290 dpi</strong>. Passt.</p>
<p>Dasselbe Foto auf einem A4-Flyer (21 cm):<br />
1200 ÷ 21 × 2,54 = <strong>145 dpi</strong>. Zu wenig, das wird sichtbar unscharf.</p>
<p>Umgekehrt gerechnet – wie viele Pixel du brauchst:<br />
<strong>Breite in Zentimetern ÷ 2,54 × 300 = benötigte Pixel</strong></p>
<h2>Richtwerte für die gängigen Formate</h2>
<ul>
<li><strong>Visitenkarte (85 × 55 mm):</strong> ca. 1005 × 650 Pixel</li>
<li><strong>Flyer A6 (105 × 148 mm):</strong> ca. 1240 × 1748 Pixel</li>
<li><strong>Flyer A5 (148 × 210 mm):</strong> ca. 1748 × 2480 Pixel</li>
<li><strong>Flyer A4 (210 × 297 mm):</strong> ca. 2480 × 3508 Pixel</li>
</ul>
<p>Die Werte gelten fürs Endformat – rechne den Beschnitt noch dazu, wenn dein Bild randabfallend läuft.</p>
<h2>300 dpi ist nicht immer die Antwort</h2>
<p>Bei allem, was du in der Hand hältst, sind 300 dpi der Standard. Aber bei großen Formaten wäre das Unsinn: Ein Plakat schaust du dir aus zwei Metern an, eine Messewand aus fünf. Je größer der Betrachtungsabstand, desto weniger Bildpunkte braucht es.</p>
<p>Faustregel: <strong>Je weiter weg, desto weniger dpi.</strong> Für großformatige Drucksachen findest du die konkreten Werte im jeweiligen Ratgeber – bei einem Roll-up wären 300 dpi eine Datei von mehreren Gigabyte, ohne dass man den Unterschied sähe.</p>
<h2>Woher gute Bilder kommen</h2>
<ul>
<li><strong>Handyfotos</strong> sind meist völlig ausreichend – moderne Kameras liefern 3000+ Pixel Breite. Wichtig: das Original nehmen, nicht die Version aus WhatsApp.</li>
<li><strong>Bilder aus dem Web oder von Social Media</strong> sind fast immer zu klein. Ein Instagram-Bild hat oft 1080 Pixel – das reicht für einen A6-Flyer und sonst nichts.</li>
<li><strong>Stockfotos</strong> immer in der größten verfügbaren Auflösung herunterladen, auch wenn die Datei größer ist.</li>
<li><strong>Logos</strong> holst du dir am besten als Vektordatei (AI, EPS oder SVG). Die sind beliebig skalierbar und immer scharf. Ein Logo als kleines PNG ist der häufigste Grund für unscharfe Drucksachen.</li>
</ul>
<h2>Und wenn das Bild zu klein ist?</h2>
<p>Drei Möglichkeiten, in dieser Reihenfolge:</p>
<ol>
<li><strong>Das Original suchen.</strong> Oft liegt irgendwo noch die große Fassung – beim Fotografen, in der Cloud, in der Kamera.</li>
<li><strong>Kleiner einsetzen.</strong> Ein Bild, das über die halbe Seite läuft statt über die ganze, hat plötzlich die doppelte Auflösung.</li>
<li><strong>Hochskalieren.</strong> KI-Upscaler wie Topaz Photo AI oder die Funktion „Superzoom“ in Photoshop holen einiges raus. Aus einem 400-Pixel-Bild wird trotzdem kein Plakat.</li>
</ol>
<h2>Die 3 häufigsten Fehler</h2>
<ul>
<li><strong>Bild aus WhatsApp oder Social Media verwendet</strong> – die Dienste komprimieren stark und rechnen die Größe runter. <em>Lösung: immer die Originaldatei nutzen.</em></li>
<li><strong>In Photoshop auf 300 dpi „hochgestellt“</strong> – die Pixel werden dazuerfunden, das Bild wird weich statt scharf. <em>Lösung: mit der Formel oben prüfen, ob die Pixel wirklich reichen.</em></li>
<li><strong>Logo als kleines PNG platziert</strong> – Kanten fransen aus, besonders bei Schrift. <em>Lösung: Vektordatei besorgen (AI, EPS, SVG).</em></li>
</ul>
<h2>Wie geht’s weiter?</h2>
<p>Wenn die Auflösung sitzt, fehlen noch Farbmodus und Export: <a href=“/ratgeber/farben-cmyk-rgb-icc/“>CMYK oder RGB</a> und <a href=“/ratgeber/pdf-export-dateiformate-schriften/“>druckfertiges PDF erstellen</a>. Und falls deine Bilder aus einem KI-Generator kommen: <a href=“/ratgeber/druckdaten-mit-ki/“>Druckdaten mit KI</a>.</p>