Photoshop ist ein Bild-Programm – kein Layout-Programm. Klingt nach Erbsenzählerei, macht beim Druck aber den Unterschied. Für Fotomotive, Hintergründe und alles Bildlastige ist Photoshop top. Willst du dagegen einen Flyer voller Text und feiner Linien bauen, nimm besser InDesign, sonst wird deine Schrift beim Drucken leicht matschig. Alles klar? Dann leg los.
So legst du druckfertige Daten in Photoshop an
- Dokument richtig anlegen. Gehe auf Datei → Neu. Wichtig: Photoshop hat kein echtes Anschnitt-Feature, du musst den Beschnitt also selbst aufs Endformat draufrechnen. Beispiel Flyer A6: Endformat 105 × 148 mm plus 1 mm Beschnitt ringsum ergibt ein Datenformat von 107 × 150 mm. Stelle die Auflösung auf 300 Pixel/Zoll und den Farbmodus auf CMYK-Farbe.
[[ SCREENSHOT: Dialog „Neues Dokument“ mit Maßen 107 × 150 mm, 300 dpi, CMYK ]]
- Farbmodus prüfen. Öffnest du ein bestehendes Foto, ist es fast immer in RGB (dem Bildschirm-Farbraum). Für den Druck brauchst du CMYK. Wandle es über Bild → Modus → CMYK-Farbe um und verwende das Profil ISO Coated v2 (unter Bearbeiten → In Profil umwandeln). So bleiben die Farben so, wie sie später auf Papier aussehen. Achte dabei auf max. 300 % Farbauftrag – ISO Coated v2 hält das automatisch ein.
[[ SCREENSHOT: Menü Bild → Modus → CMYK-Farbe ]]
- Hilfslinien für Beschnitt und Sicherheitsabstand setzen. Damit du siehst, wo geschnitten wird, gehe auf Ansicht → Neues Hilfslinienlayout und trage einen Rand ein. So markierst du den 1 mm Beschnitt außen und den 3 mm Sicherheitsabstand innen.
[[ SCREENSHOT: Dialog „Neues Hilfslinienlayout“ mit eingetragenem Rand ]]
- Richtig gestalten. Faustregel: Hintergrund und Motive laufen bis zum äußeren Rand (also in den Beschnitt hinein), damit später kein weißer Blitzer entsteht. Alles Wichtige – Logo, Text, Infos – bleibt mindestens 3 mm vom Endformat-Rand entfernt im Sicherheitsabstand.
[[ SCREENSHOT: Layout mit Hintergrund bis Rand, Text innerhalb der Sicherheitslinie ]]
- Sauber exportieren. Reduziere zuerst die Ebenen über Ebene → Auf Hintergrundebene reduzieren. Dann Datei → Speichern unter → Photoshop PDF, und im Export-Dialog die Vorgabe PDF/X-3 wählen. Alternativ kannst du auch als TIFF speichern (ohne Ebenen, mit LZW-Komprimierung).
[[ SCREENSHOT: PDF-Speichern-Dialog mit ausgewählter Vorgabe PDF/X-3 ]]
Die 3 häufigsten Fehler
- RGB vergessen. Die Datei bleibt im Bildschirm-Farbraum, und die knalligen Farben sehen im Druck plötzlich blass aus. Lösung: immer auf CMYK / ISO Coated v2 umstellen.
- Beschnitt nicht mitgerechnet. Datenformat gleich Endformat ist der Klassiker. Ohne die 1 mm ringsum drohen weiße Ränder. Lösung: 107 × 150 mm statt 105 × 148 mm.
- Text zu klein oder zu stark komprimiert. Photoshop arbeitet pixelbasiert – kleine Schrift wird schnell unscharf, und eine zu starke JPG-Kompression macht hässliche Ränder um Kanten. Lösung: Text groß und knackig halten oder gleich in InDesign setzen.
Wie geht’s weiter?
Die Grundlagen zu Format und Farbe stehen in Beschnitt & Sicherheitsabstand und CMYK oder RGB. Für textlastige Layouts nimmst du besser InDesign, für Logos und Vektorgrafik Illustrator.