Ratgeber Farben

Du gestaltest ein knalliges Blau am Monitor, freust dich – und im Druck kommt ein ruhigeres, matteres Blau zurück. Kein Fehler, keine schlechte Druckerei: Das ist Physik. Dein Bildschirm macht Farben aus Licht, Papier macht Farben aus Farbe. Hier erfährst du, wie du trotzdem das rausbekommst, was du willst.

RGB oder CMYK – was ist der Unterschied?

RGB sind Bildschirmfarben. Rot, Grün, Blau – Licht, das leuchtet. Alles auf Monitoren, Handys und im Web ist RGB.

CMYK sind Druckfarben. Cyan (Blau), Magenta (Pink), Yellow (Gelb) und Key (Schwarz) – vier echte Farben, die aufs Papier kommen.

Beim Übersetzen von RGB nach CMYK verlieren sehr leuchtende Töne (Neon, kräftiges Blau oder Grün) etwas Leuchtkraft. Völlig normal. Papier kann eben nicht leuchten.

Leg deine Datei gleich in CMYK an

Erspar dir die Überraschung: Stell dein Dokument von Anfang an auf CMYK mit dem Farbprofil ISO Coated v2 (das ist die Farb-Einstellung, die zu unserem Druck passt). Dann siehst du am Bildschirm ungefähr das, was später gedruckt wird.

Bilder aus dem Web sind fast immer RGB. Die musst du nach CMYK konvertieren (umrechnen), bevor du sie einbaust – sonst macht das der Druck automatisch, und du hast keine Kontrolle über das Ergebnis.

Schwarz ist nicht gleich Schwarz

Klingt komisch, ist aber der häufigste Farbfehler.

  • Fließtext und feine Linien: immer 100 % K (nur Schwarz), sonst nichts. Schwarz aus allen vier Farben gemischt wird unscharf – die vier Druckwerke treffen nie zu 100 % exakt aufeinander (das nennt man Passer-Probleme).
  • Große schwarze Flächen: hier wirkt reines Schwarz oft blass. Nimm ein Tiefschwarz (auch „Rich Black“), zum Beispiel C40 M30 Y30 K100. Das gibt ein sattes, tiefes Schwarz.

Nicht zu viel Farbe aufeinander

Jede der vier Farben hat 0–100 %. Zähl die vier Werte einer Stelle zusammen – diese Summe darf maximal 300 % sein. Mehr Farbe kann das Papier nicht aufnehmen, es schmiert und trocknet schlecht. Unser Rich-Black-Beispiel oben liegt bei genau 300 % – passt.

Sonderfarben (HKS/Pantone) – brauchst du selten

Für exakte Marken- oder echte Leuchtfarben gibt es Sonderfarben (feste Fertigfarben wie HKS oder Pantone). Nur nutzen, wenn du sie wirklich brauchst, und dann mit dem korrekten Farbfeldnamen anlegen. Für alles andere bleib bei CMYK.

Die 3 häufigsten Fehler

  • Datei in RGB abgegeben – Farben verschieben sich unkontrolliert. Lösung: immer in CMYK / ISO Coated v2 anlegen.
  • Text aus allen vier Farben gebaut – wird unscharf. Lösung: Fließtext auf 100 % K.
  • Zu viel Farbe – Summe über 300 %, die Farbe schmiert. Lösung: Deckel bei 300 %.

Wie geht’s weiter?

Farben sitzen? Dann fehlt nur noch der richtige Export: druckfertiges PDF erstellen. Und falls das Format noch offen ist: Beschnitt & Sicherheitsabstand.

Inhalt folgt noch